Das Museum ist von Montag bis Sonntag, auch an Feiertagen, von 10 - 17 Uhr geöffnet. 

19.12.2017 10 - 16 Uhr

24.12.2017 geschlossen

31.12.2017 10 - 14 Uhr 

Besucheradresse

Schillerstraße 3a 01768 Glashütte/Sachsen

Glashütte liegt etwa 25 Kilometer südlich von Dresden. Mit Pkw, Bus und Bahn ist Glashütte bequem zu erreichen. Genauere Informationen zu Ihrer Anreise finden Sie hier.

Eintrittspreise

Erwachsene7 €
Ermäßigt 
(Schüler, Studenten, Senioren, Schwerbehinderte und Erwerbslose mit gültigem Ausweis)
4,50 €
Kinder bis 6 Jahrefrei
Familienkarte Maxi
(2 Erwachsene und Kinder bis 16 Jahre)
15 €
Familienkarte Mini
(1 Erwachsener und Kinder bis 16 Jahre)
12 €
Gruppen, Preis pro Person 
(ab 10 Personen)
4,50 €
Jahreskarte
(für alle Sonderausstellungen und Veranstaltungen, gültig nur mit Personalausweis, nicht übertragbar)
25

Besucheradresse:

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte
Schillerstraße 3a
01768 Glashütte/Sachsen

Postadresse:

Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek"
Postfach 1114
01766 Glashütte/Sachsen

Kontakt

computer

Zeitreise – Meilensteine des sächsischen Uhrmacherhandwerks

16001830185018551870190019301950199020072014

Glashütte erhält Stadtrecht

1506

Um 1400 soll es hier Glashütten gegeben haben, welche aber nicht lange bestehen. Im Jahr 1445 wird erstmalig der Ort ...


Sammelleidenschaft am sächsischen Hof

1560

Mathematisch-Physikalischer Salon um 1600

Wer weiß, ob es ohne den kunstsinnigen Kurfürsten August von Sachsen und seinen späteren Namensvetter Friedrich August I. ...


Gründung der Dresdner Uhrmacherinnung

1668

Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845)

Am Sitz des aufgeklärten sächsischen Hofes in Dresden pflegt man die moderne Zeitmessung als Kunst und Wissenschaft zugleich. ...


Gründung der Technischen Bildungsanstalt in Dresden

1828

Am 1. Mai 1828 wird die Technische Bildungsanstalt zu Dresden gegründet, die heutige Technische Universität Dresden. Ziel ist ...


Geburtsstunde der Uhrenindustrie in Glashütte

1845

Ferdinand Adolph Lange (1815–1875)

Der Mythos Glashütte ist eng mit dem Namen Ferdinand Adolph Lange verbunden. Während seiner vierjährigen Wanderschaft hat ...


Glashütte auf internationalem Parkett

1851

Eröffnung der Weltausstellung durch Queen Victoria

1851 stellt Ferdinand Adolph Lange seine Uhren erstmals auf der Weltausstellung in London vor und kehrt mit gefüllten ...


Gründung der Uhrenmanufaktur Julius Assmann

1852

Eng mit der Glashütter Erfolgsgeschichte verbunden ist auch Julius Assmann (1827–1886). Mit Unterstützung von Ferdinand ...


Gründung der Uhrenmanufaktur Moritz Großmann

1854

Carl Moritz Großmann (1826–1885)

Carl Moritz Großmann freundet sich schon während seiner Dresdner Lehrzeit mit Ferdinand Adolph Lange an. Diese Verbindung ...


Gründung der Uhrenmanufaktur Adolf Schneider

1855

Herrentaschenuhr Adolf Schneider, Baujahr ca. 1875

Wie Ferdinand Adolph Lange hat auch Adolf Schneider die "Technische Bildungsanstalt Dresden" besucht. Seine ...


Gründung der Uhrenhandlung Dürrstein in Dresden

1874

1874 lässt sich der Kaufmann Johannes Dürrstein (1845–1901) aus Frankfurt am Main in Dresden nieder und gründet die ...


Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte

1878

Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, 1885

Schon die ersten Uhrmacher in Glashütte wissen: ihr kunstvolles Handwerk hat nur Bestand, wenn sie ihr Wissen und ihre Erfahrung ...


Gründung der Deutschen Präzisionsuhrenfabrik Glashütte

1918

Taschenuhr der DPUG

1918 gründen Uhrmacher die Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H. (DPUG) mit dem Ziel, Taschenuhren durch eine ...


Gründung der Firmen Urofa und Ufag/ Beginn der Armbanduhrenfabrikation

1926

Durch Inflation, Weltwirtschaftskrise und den verpassten Umstieg auf die Fertigung von Armbanduhren kommen verschiedene ...


Bombardierung Glashüttes, Demontage und Enteignung

1945

Zerstörte Uhrenfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 8. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, bombardieren sowjetische Jagdflieger die Stadt Glashütte, da sich hier ...


Fusion aller Glashütter Uhrenhersteller zum VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB)

1951

Armbanduhr der GUB

Am 1. Juli 1951 wird der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) gegründet. Unter diesem Dach fusionieren die noch bestehenden ...


Übergang zur sozialen Marktwirtschaft

1990

Das Brandenburger Tor - Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands

Nach der Wiedervereinigung entsteht am 16. Oktober 1990 aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) die Glashütter Uhrenbetrieb ...


Gründung der Lange Uhren GmbH

1990

Auf den Tag genau 145 Jahre nach der Gründung der Uhrenindustrie durch Ferdinand Adolph Lange meldet am 7. Dezember 1990 dessen ...


Gründung der Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek"

2006

Genau 500 Jahre nachdem Glashütte das Stadtrecht erhielt, gründen die Stadt Glashütte und die Manufaktur Glashütte Original ...


Eröffnung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte

2008

Feierliche Eröffnung des Museums

Einst beherbergte das beeindruckende Gebäude die 1878 gegründete Deutsche Uhrmacherschule. Am 22. Mai 2008 eröffnen die Stadt ...


1506: Glashütte erhält Stadtrecht

Um 1400 soll es hier Glashütten gegeben haben, welche aber nicht lange bestehen. Im Jahr 1445 wird erstmalig der Ort "Glaßehütte" in Verbindung mit dem Bergbau erwähnt. Ergiebige Silberfunde begründen den frühen Ruf des Ortes. Am 10. Februar 1506 verleiht Herzog "Georg der Bärtige" Glashütte das Stadtrecht.

Über drei Jahrhunderte hinweg wird das Städtchen im Müglitztal vom Bergbau geprägt. Seine Bewohner finden ihr Auskommen in den Erzminen der Region, die Silber, Zinn und Eisen zu Tage fördern. Anfang des 19. Jahrhunderts versiegen allmählich die Erzquellen, die Erträge aus Strohflechterei und Landwirtschaft bringen keine großen Erträge, die Gegend verarmt.

Siegel der Stadt Glashütte

Siegel der Stadt Glashütte

1560: Sammelleidenschaft am sächsischen Hof

Wer weiß, ob es ohne den kunstsinnigen Kurfürsten August von Sachsen und seinen späteren Namensvetter Friedrich August I. (genannt "August der Starke") eine Uhrenindustrie in Glashütte gegeben hätte? Ihrer Sammelleidenschaft ist der Ausbau der Kunstkammer in Dresden zu verdanken. Aus dem einstigen "Sammelsurium" aus Kuriositäten, Raritäten und Kunstwerken begründen sich umfangreiche Spezialsammlungen, darunter die Gemäldegalerie oder der Mathematisch-Physikalische Salon.

Das damalige "Königliche Cabinet der mathematischen und physikalischen Instrumente" entwickelt sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem modernen Observatorium und bietet seit 1778 auch einen ersten Zeitdienst. Mit Hilfe eines Passage-Instrumentes wird die mittlere Ortszeit für Dresden ermittelt und an die anderen Uhren der Stadt weitergegeben. Ab 1840 gilt die Dresdner Zeit auch offiziell für das ganze Land Sachsen. Damit werden im Mathematisch-Physikalischen Salon die Grundlagen für die Entwicklung der Präzisionszeitmessung in Sachsen gelegt, die ab 1845 in Glashütte ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte schreibt.

Mathematisch-Physikalischer Salon um 1600

Mathematisch-Physikalischer Salon um 1600

Canaletto-Blick auf Dresden, 1748

Canaletto-Blick auf Dresden, 1748

1668: Gründung der Dresdner Uhrmacherinnung

Am Sitz des aufgeklärten sächsischen Hofes in Dresden pflegt man die moderne Zeitmessung als Kunst und Wissenschaft zugleich. Formvollendete und präzise Uhren gelten in der besseren Gesellschaft als exklusive Accessoires, was rasch die begabtesten Uhrmacher und Feinmechaniker anzieht. Diese überzeugen schließlich den sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. davon, Gesetze zur Gründung einer Dresdner Kleinuhrmacherinnung zu erlassen. Durch die Gründung dieser Zunft wird das Handwerk im Bürgertum anerkannt.

In der Folge siedeln sich im 18. und 19. Jahrhundert viele hervorragende Uhrmacher in Dresden an. Einer der Uhrmacher ist Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845), der das Amt des königlichen Hofuhrmachers bekleidet. Bei ihm lernt Ferdinand Adolph Lange das Uhrmacherhandwerk. Nach seiner Ausbildung und den Gesellen- und Wanderjahren übernimmt Lange 1842 zusammen mit Gutkaes' Sohn Bernhard das Geschäft seines Lehrers und baldigen Schwiegervaters.

Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845)

Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845)

1828: Gründung der Technischen Bildungsanstalt in Dresden

Am 1. Mai 1828 wird die Technische Bildungsanstalt zu Dresden gegründet, die heutige Technische Universität Dresden. Ziel ist es, für die zunehmende Industrialisierung Fachkräfte in technischen Bereichen wie Mechanik, Maschinenbau und Schiffskonstruktion auszubilden. Bedeutende Schüler in den Anfangsjahren sind Ferdinand Adolph Lange (1815–1875), Moritz Großmann (1826 –1885) und Adolf Schneider (1824–1878). Später lassen sie sich in Glashütte nieder, begründen dort den Ruhm der Stadt als Uhrmacherstadt und engagieren sich aufopferungsvoll für die Ausbildung des Nachwuchses im Uhrmacherhandwerk.

1845: Geburtsstunde der Uhrenindustrie in Glashütte

Der Mythos Glashütte ist eng mit dem Namen Ferdinand Adolph Lange verbunden. Während seiner vierjährigen Wanderschaft hat Lange im Schweizer Vallée de Joux, dem berühmten "Tal der Uhrmacher" in der Nähe von Genf, eine besondere Fertigungsmethode kennengelernt. Diese typische Schweizer Fertigungsmethode ist auch als Verlagssystem bekannt. In diesem Zuliefersystem bezieht der Hersteller einer Uhr die Einzelteile von verschiedenen Fremdfirmen, die sich jeweils auf Uhrenteile, Werkzeuge oder Messmittel spezialisieren. Die aus den Einzelteilen zusammengesetzte Uhr wird schließlich vom "Verleger" verkauft.

Nach seiner Rückkehr beabsichtigt Lange, in seiner Heimat eine Uhrenindustrie nach Schweizer Vorbild aufzubauen. Er verhandelt mit der sächsischen Regierung und erhält ein Darlehen, um seinen Traum im nahegelegenen Glashütte zu verwirklichen. Diese Stadt wird unter mehreren Bewerbern ausgewählt, denn hier herrscht nach dem Versiegen der Erzvorkommen bittere Armut. Der 7. Dezember 1845 gilt als Geburtsstunde der Uhrenindustrie in Glashütte: An diesem Tag beginnen Ferdinand Adolph Lange und sein Mitarbeiter Adolf Schneider mit der Ausbildung der ersten 15 Lehrlinge. Nach drei Jahren machen sich die ersten Lehrlinge selbstständig, fertigen die gewünschten Uhrenteile und liefern sie an Lange.

Ferdinand Adolph Lange (1815–1875)

Ferdinand Adolph Lange (1815–1875)

Gründungsurkunde

Gründungsurkunde

1851: Glashütte auf internationalem Parkett

1851 stellt Ferdinand Adolph Lange seine Uhren erstmals auf der Weltausstellung in London vor und kehrt mit gefüllten Auftragsbüchern zurück. Vor allem in England und Nordamerika stoßen die präzisen Zeitmesser auf großes Interesse. Während der Ort Glashütte als Mikrokosmos weitgehend von der Außenwelt isoliert bleibt,  betreten die hochwertigen Uhren zunehmend internationales Parkett und tragen den Namen "Glashütte" hinaus in die Welt.

Eröffnung der Weltausstellung durch Queen Victoria

Eröffnung der Weltausstellung durch Queen Victoria

1852: Gründung der Uhrenmanufaktur Julius Assmann

Eng mit der Glashütter Erfolgsgeschichte verbunden ist auch Julius Assmann (1827–1886). Mit Unterstützung von Ferdinand Adolph Lange, der zugleich Bürgermeister von Glashütte ist, gründet er 1852 die "Uhrenfabrik J. Assmann" in Glashütte. Seine Taschenuhren werden bald auch außerhalb Deutschlands für Präzision und Schönheit bekannt und erhalten bei nationalen und internationalen Ausstellungen zahlreiche Auszeichnungen. Große Verdienste erwirbt sich Assmann bei der Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte und der Ausbildung der Lehrlinge. Nach dem Tod von Moritz Großmann im Jahr 1885 wird Julius Assmann Aufsichtsratsvorsitzender der Uhrmacherschule. Nach seinem frühen Tod führt sein Sohn Paul Assmann das Unternehmen erfolgreich weiter.

Julius Assmann (1827–1886)

Julius Assmann (1827–1886)

1854: Gründung der Uhrenmanufaktur Moritz Großmann

Carl Moritz Großmann freundet sich schon während seiner Dresdner Lehrzeit mit Ferdinand Adolph Lange an. Diese Verbindung prägt sein ganzes Leben. Nach Jahren der Wanderschaft, die ihn auch in die Schweizer Uhrenmetropole La Chaux-de-Fonds, nach England, Frankreich, Dänemark und Schweden führen, lässt sich Großmann 1854 in Glashütte nieder und spezialisiert sich auf die Herstellung von Werkzeug. Er fertigt auch Gangmodelle und feine Taschenuhren. Auf ihn ist maßgeblich die Entwicklung der Glashütter Präzisions-Pendeluhren und Chronometer zurückzuführen. Außerdem hält Großmann Vorträge, schreibt Beiträge für in- und ausländische Fachzeitschriften und übersetzt Fachbücher. Er initiiert die berühmte Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, die am 1. Mai 1878 ihren Unterricht aufnimmt.

Carl Moritz Großmann (1826–1885)

Carl Moritz Großmann (1826–1885)

1855: Gründung der Uhrenmanufaktur Adolf Schneider

Wie Ferdinand Adolph Lange hat auch Adolf Schneider die "Technische Bildungsanstalt Dresden" besucht. Seine anschließende Uhrmacherlehre bei Gutkaes senior in Dresden beendet er 1845. Danach folgt er Lange als Mitarbeiter und Berater nach Glashütte. Hier arbeitet Schneider anfangs als erster Werksleiter der Firma Adolph Lange & Cie. und kümmert sich auch um den Unterricht der Schüler. 1855 gründet Schneider seine eigene Uhrenfabrikation. Von 1867 bis zu seinem Tod 1878 ist er Bürgermeister der Stadt Glashütte.

Herrentaschenuhr Adolf Schneider, Baujahr ca. 1875

Herrentaschenuhr Adolf Schneider, Baujahr ca. 1875

1874: Gründung der Uhrenhandlung Dürrstein in Dresden

1874 lässt sich der Kaufmann Johannes Dürrstein (1845–1901) aus Frankfurt am Main in Dresden nieder und gründet die Uhrengroßhandlung Dürrstein & Compagnie. Er erkennt, welche Chancen der Handel mit preiswerten Uhren bietet. Anfangs bezieht er diese Uhren von Zulieferern aus der Schweiz und verkauft sie in großen Stückzahlen. Noch 1874 handelt Dürrstein mit Lange in Glashütte einen Exklusivertrag für den Vertrieb der Uhren aus dem Hause Lange aus.

Da sich diese Qualitätsuhren wegen ihrer hohen Preise nicht wie gewünscht verkaufen lassen, initiiert Dürrstein bei Lange eine preiswerte Variante der Taschenuhren und vertreibt sie mit Erfolg unter dem Namen "Deutsche Uhrenfabrikation" (DUF). Während der 20-jährigen Zusammenarbeit verkaufen Lange und dessen Erben jährlich zwei Drittel der bei ihnen hergestellten Zeitmesser an Dürrstein. 1893 gründet Dürrstein schließlich seine eigene Uhrenmanufaktur, die Glashütter Uhrenfabrik "Union". Hier entstehen einfache Taschenuhren, aber auch Taschen-Chronometer sowie komplizierte Taschenuhren mit Tourbillon.

Johannes Dürrstein (1845–1901)

Johannes Dürrstein (1845–1901)

1878: Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte

Schon die ersten Uhrmacher in Glashütte wissen: ihr kunstvolles Handwerk hat nur Bestand, wenn sie ihr Wissen und ihre Erfahrung kontinuierlich weitergeben. So gründet der Zentralverband der deutschen Uhrmacher auf Initiative von Moritz Großmann am 1. Mai 1878 die Uhrmacherschule Glashütte. Unterrichtsräume für anfangs 10 Lehrlinge sind die Zimmer im damaligen Gemeindeschulhaus. Die Schülerzahlen steigen rasch an. Dank der großzügigen Unterstützung von Staatsregierung, Kommune und einer Stiftung wird am 15. Mai 1881 die neue Uhrmacherschule im heutigen Uhrenmuseum eingeweiht.

Systematisch werden traditionelle Fertigkeiten vermittelt und immer weiter ausgebaut. Technische Fortschritte finden schnell Eingang in den Fertigungsprozess, ebenso neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Bis 1951 werden hier über 4.000 Uhrmacher und Feinmechaniker ausgebildet, etwa ein Drittel davon aus dem Ausland. Danach befindet sich bis 1991 die "Ingenieurschule für Feinwerktechnik" im Haus. Heute beherbergt das historische Gebäude neben dem Deutschen Uhrenmuseum Glashütte auch die Uhrmacherschule "Alfred Helwig", die Lehrausbildung der Manufaktur Glashütte Original.

Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, 1885

Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, 1885

Schülerwerkstatt in Uhrmacherschule, 1923

Schülerwerkstatt in Uhrmacherschule, 1923

1918: Gründung der Deutschen Präzisionsuhrenfabrik Glashütte

1918 gründen Uhrmacher die Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H. (DPUG) mit dem Ziel, Taschenuhren durch eine Produktionsgenossenschaft möglichst preiswert herstellen zu können. Die Uhren werden unter der eingetragenen Schutzmarke "Original Glashütte" produziert. Seit 1921 ist dieses Zeichen auf dem Zifferblatt Siegel für Wertarbeit aus Glashütte.

Taschenuhr der DPUG

Taschenuhr der DPUG

1926: Gründung der Firmen Urofa und Ufag/ Beginn der Armbanduhrenfabrikation

Durch Inflation, Weltwirtschaftskrise und den verpassten Umstieg auf die Fertigung von Armbanduhren kommen verschiedene Uhrenfirmen in Glashütte in große Schwierigkeiten. Um den drohenden Niedergang der Uhrenfabrikation zu verhindern, finanziert die Giro-Zentrale Sachsen die Gründung zweier neuer Firmen, der Deutschen Uhren-Rohwerkefabrik Glashütte (Urofa) und der Uhrenfabrik Glashütte AG (Ufag). In der Urofa werden erstmalig in Glashütte eigene Armbanduhrwerke hergestellt. In der Folge entstehen in Glashütte verschiedene Armbanduhr-Kaliber für Damen und Herren. Die Qualitätsuhren werden unter der Marke "Tutima" angeboten.

Eine der ersten Armbanduhren aus Glashütte

Eine der ersten Armbanduhren aus Glashütte

1945: Bombardierung Glashüttes, Demontage und Enteignung

Am 8. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, bombardieren sowjetische Jagdflieger die Stadt Glashütte, da sich hier noch deutsches Militär aufhält.
Die Uhrenfabriken wurden teilweise zerstört. Was noch funktionstüchtig ist, wird durch die Sowjetische Militäradministration beschlagnahmt und demontiert bzw. verstaatlicht. Unter schwierigen Umständen beginnen die Glashütter Uhrmacher rasch mit dem Wiederaufbau der Uhrenfabrikation und Feinmechanik.

Zerstörte Uhrenfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg

Zerstörte Uhrenfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg

1951: Fusion aller Glashütter Uhrenhersteller zum VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB)

Am 1. Juli 1951 wird der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) gegründet. Unter diesem Dach fusionieren die noch bestehenden Firmen wie z.B. A. Lange & Söhne, Urofa und Ufag, Gössel & Co. oder R. Mühle & Sohn. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands entsteht ein breites Sortiment an Armbanduhren und Geräten, vorrangig für die Ostblock-Staaten und den Eigenbedarf. Der Export in die Bundesrepublik Deutschland bringt jedoch auch wichtige Devisen. Aufgrund fehlender Importmöglichkeiten wird von der Sondermaschine über komplizierte Werkzeuge bis hin zur Arbeitsplatzbeleuchtung vieles selbst hergestellt. Diese Improvisationsgabe und das schöpferische Denken und Handeln der Konstrukteure und Werkzeugmacher soll sich später noch positiv auswirken.

Armbanduhr der GUB

Armbanduhr der GUB

1990: Übergang zur sozialen Marktwirtschaft

Nach der Wiedervereinigung entsteht am 16. Oktober 1990 aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH, welche die Uhrenmarke "Glashütte Original" fertigt.

Das Brandenburger Tor - Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands

Das Brandenburger Tor - Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands

1990: Gründung der Lange Uhren GmbH

Auf den Tag genau 145 Jahre nach der Gründung der Uhrenindustrie durch Ferdinand Adolph Lange meldet am 7. Dezember 1990 dessen Urenkel Walter Lange die Lange Uhren GmbH als Neugründung an. Heute gehören die Zeitmesser der Firma A. Lange & Söhne wieder zur Spitze der internationalen Uhrmacherkunst.

2006: Gründung der Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek"

Genau 500 Jahre nachdem Glashütte das Stadtrecht erhielt, gründen die Stadt Glashütte und die Manufaktur Glashütte Original am 16. März 2006 die  Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek". Die Stiftung fördert Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie Bildung im Bereich des Uhrmacherhandwerks. Mit dem Deutschen Uhrenmuseum Glashütte, der Restaurierungswerkstatt, der Fachbibliothek, dem Archiv sowie durch verschiedene Sonderausstellungen und Projekte sollen die weltweit einmaligen Exponate erhalten bleiben und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Eintrag in das Goldene Buch

Eintrag in das Goldene Buch

2008: Eröffnung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte

Einst beherbergte das beeindruckende Gebäude die 1878 gegründete Deutsche Uhrmacherschule. Am 22. Mai 2008 eröffnen die Stadt Glashütte und die Uhrenmanufaktur Glashütte Original hier das "Deutsche Uhrenmuseum Glashütte".

Unter dem Motto "Faszination Zeit – Zeit erleben" zeigt das Uhrenmuseum nicht nur die Tradition der Uhrmacherkunst in Glashütte, sondern verschafft einen emotionalen Zugang zum Phänomen Zeit und gibt spannende Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte der gesamten Region. Neben den zwei Museumsetagen hat in diesem traditionsreichen Haus auch die Uhrmacherschule "Alfred Helwig" von Glashütte Original ihr Domizil.

Feierliche Eröffnung des Museums

Feierliche Eröffnung des Museums

1506: Glashütte erhält Stadtrecht

Um 1400 soll es hier Glashütten gegeben haben, welche aber nicht lange bestehen. Im Jahr 1445 wird erstmalig der Ort ...

Um 1400 soll es hier Glashütten gegeben haben, welche aber nicht lange bestehen. Im Jahr 1445 wird erstmalig der Ort "Glaßehütte" in Verbindung mit dem Bergbau erwähnt. Ergiebige Silberfunde begründen den frühen Ruf des Ortes. Am 10. Februar 1506 verleiht Herzog "Georg der Bärtige" Glashütte das Stadtrecht.

Über drei Jahrhunderte hinweg wird das Städtchen im Müglitztal vom Bergbau geprägt. Seine Bewohner finden ihr Auskommen in den Erzminen der Region, die Silber, Zinn und Eisen zu Tage fördern. Anfang des 19. Jahrhunderts versiegen allmählich die Erzquellen, die Erträge aus Strohflechterei und Landwirtschaft bringen keine großen Erträge, die Gegend verarmt.

Siegel der Stadt Glashütte

Siegel der Stadt Glashütte

1560: Sammelleidenschaft am sächsischen Hof

Wer weiß, ob es ohne den kunstsinnigen Kurfürsten August von Sachsen und seinen späteren Namensvetter Friedrich August I. ...

Wer weiß, ob es ohne den kunstsinnigen Kurfürsten August von Sachsen und seinen späteren Namensvetter Friedrich August I. (genannt "August der Starke") eine Uhrenindustrie in Glashütte gegeben hätte? Ihrer Sammelleidenschaft ist der Ausbau der Kunstkammer in Dresden zu verdanken. Aus dem einstigen "Sammelsurium" aus Kuriositäten, Raritäten und Kunstwerken begründen sich umfangreiche Spezialsammlungen, darunter die Gemäldegalerie oder der Mathematisch-Physikalische Salon.

Das damalige "Königliche Cabinet der mathematischen und physikalischen Instrumente" entwickelt sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem modernen Observatorium und bietet seit 1778 auch einen ersten Zeitdienst. Mit Hilfe eines Passage-Instrumentes wird die mittlere Ortszeit für Dresden ermittelt und an die anderen Uhren der Stadt weitergegeben. Ab 1840 gilt die Dresdner Zeit auch offiziell für das ganze Land Sachsen. Damit werden im Mathematisch-Physikalischen Salon die Grundlagen für die Entwicklung der Präzisionszeitmessung in Sachsen gelegt, die ab 1845 in Glashütte ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte schreibt.

Mathematisch-Physikalischer Salon um 1600

Mathematisch-Physikalischer Salon um 1600

Canaletto-Blick auf Dresden, 1748

Canaletto-Blick auf Dresden, 1748

1668: Gründung der Dresdner Uhrmacherinnung

Am Sitz des aufgeklärten sächsischen Hofes in Dresden pflegt man die moderne Zeitmessung als Kunst und Wissenschaft zugleich. ...

Am Sitz des aufgeklärten sächsischen Hofes in Dresden pflegt man die moderne Zeitmessung als Kunst und Wissenschaft zugleich. Formvollendete und präzise Uhren gelten in der besseren Gesellschaft als exklusive Accessoires, was rasch die begabtesten Uhrmacher und Feinmechaniker anzieht. Diese überzeugen schließlich den sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. davon, Gesetze zur Gründung einer Dresdner Kleinuhrmacherinnung zu erlassen. Durch die Gründung dieser Zunft wird das Handwerk im Bürgertum anerkannt.

In der Folge siedeln sich im 18. und 19. Jahrhundert viele hervorragende Uhrmacher in Dresden an. Einer der Uhrmacher ist Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845), der das Amt des königlichen Hofuhrmachers bekleidet. Bei ihm lernt Ferdinand Adolph Lange das Uhrmacherhandwerk. Nach seiner Ausbildung und den Gesellen- und Wanderjahren übernimmt Lange 1842 zusammen mit Gutkaes' Sohn Bernhard das Geschäft seines Lehrers und baldigen Schwiegervaters.

Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845)

Johann Christian Friedrich Gutkaes (1785–1845)

1828: Gründung der Technischen Bildungsanstalt in Dresden

Am 1. Mai 1828 wird die Technische Bildungsanstalt zu Dresden gegründet, die heutige Technische Universität Dresden. Ziel ist ...

Am 1. Mai 1828 wird die Technische Bildungsanstalt zu Dresden gegründet, die heutige Technische Universität Dresden. Ziel ist es, für die zunehmende Industrialisierung Fachkräfte in technischen Bereichen wie Mechanik, Maschinenbau und Schiffskonstruktion auszubilden. Bedeutende Schüler in den Anfangsjahren sind Ferdinand Adolph Lange (1815–1875), Moritz Großmann (1826 –1885) und Adolf Schneider (1824–1878). Später lassen sie sich in Glashütte nieder, begründen dort den Ruhm der Stadt als Uhrmacherstadt und engagieren sich aufopferungsvoll für die Ausbildung des Nachwuchses im Uhrmacherhandwerk.

1845: Geburtsstunde der Uhrenindustrie in Glashütte

Der Mythos Glashütte ist eng mit dem Namen Ferdinand Adolph Lange verbunden. Während seiner vierjährigen Wanderschaft hat ...

Der Mythos Glashütte ist eng mit dem Namen Ferdinand Adolph Lange verbunden. Während seiner vierjährigen Wanderschaft hat Lange im Schweizer Vallée de Joux, dem berühmten "Tal der Uhrmacher" in der Nähe von Genf, eine besondere Fertigungsmethode kennengelernt. Diese typische Schweizer Fertigungsmethode ist auch als Verlagssystem bekannt. In diesem Zuliefersystem bezieht der Hersteller einer Uhr die Einzelteile von verschiedenen Fremdfirmen, die sich jeweils auf Uhrenteile, Werkzeuge oder Messmittel spezialisieren. Die aus den Einzelteilen zusammengesetzte Uhr wird schließlich vom "Verleger" verkauft.

Nach seiner Rückkehr beabsichtigt Lange, in seiner Heimat eine Uhrenindustrie nach Schweizer Vorbild aufzubauen. Er verhandelt mit der sächsischen Regierung und erhält ein Darlehen, um seinen Traum im nahegelegenen Glashütte zu verwirklichen. Diese Stadt wird unter mehreren Bewerbern ausgewählt, denn hier herrscht nach dem Versiegen der Erzvorkommen bittere Armut. Der 7. Dezember 1845 gilt als Geburtsstunde der Uhrenindustrie in Glashütte: An diesem Tag beginnen Ferdinand Adolph Lange und sein Mitarbeiter Adolf Schneider mit der Ausbildung der ersten 15 Lehrlinge. Nach drei Jahren machen sich die ersten Lehrlinge selbstständig, fertigen die gewünschten Uhrenteile und liefern sie an Lange.

Ferdinand Adolph Lange (1815–1875)

Ferdinand Adolph Lange (1815–1875)

Gründungsurkunde

Gründungsurkunde

1851: Glashütte auf internationalem Parkett

1851 stellt Ferdinand Adolph Lange seine Uhren erstmals auf der Weltausstellung in London vor und kehrt mit gefüllten ...

1851 stellt Ferdinand Adolph Lange seine Uhren erstmals auf der Weltausstellung in London vor und kehrt mit gefüllten Auftragsbüchern zurück. Vor allem in England und Nordamerika stoßen die präzisen Zeitmesser auf großes Interesse. Während der Ort Glashütte als Mikrokosmos weitgehend von der Außenwelt isoliert bleibt,  betreten die hochwertigen Uhren zunehmend internationales Parkett und tragen den Namen "Glashütte" hinaus in die Welt.

Eröffnung der Weltausstellung durch Queen Victoria

Eröffnung der Weltausstellung durch Queen Victoria

1852: Gründung der Uhrenmanufaktur Julius Assmann

Eng mit der Glashütter Erfolgsgeschichte verbunden ist auch Julius Assmann (1827–1886). Mit Unterstützung von Ferdinand ...

Eng mit der Glashütter Erfolgsgeschichte verbunden ist auch Julius Assmann (1827–1886). Mit Unterstützung von Ferdinand Adolph Lange, der zugleich Bürgermeister von Glashütte ist, gründet er 1852 die "Uhrenfabrik J. Assmann" in Glashütte. Seine Taschenuhren werden bald auch außerhalb Deutschlands für Präzision und Schönheit bekannt und erhalten bei nationalen und internationalen Ausstellungen zahlreiche Auszeichnungen. Große Verdienste erwirbt sich Assmann bei der Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte und der Ausbildung der Lehrlinge. Nach dem Tod von Moritz Großmann im Jahr 1885 wird Julius Assmann Aufsichtsratsvorsitzender der Uhrmacherschule. Nach seinem frühen Tod führt sein Sohn Paul Assmann das Unternehmen erfolgreich weiter.

Julius Assmann (1827–1886)

Julius Assmann (1827–1886)

1854: Gründung der Uhrenmanufaktur Moritz Großmann

Carl Moritz Großmann freundet sich schon während seiner Dresdner Lehrzeit mit Ferdinand Adolph Lange an. Diese Verbindung ...

Carl Moritz Großmann freundet sich schon während seiner Dresdner Lehrzeit mit Ferdinand Adolph Lange an. Diese Verbindung prägt sein ganzes Leben. Nach Jahren der Wanderschaft, die ihn auch in die Schweizer Uhrenmetropole La Chaux-de-Fonds, nach England, Frankreich, Dänemark und Schweden führen, lässt sich Großmann 1854 in Glashütte nieder und spezialisiert sich auf die Herstellung von Werkzeug. Er fertigt auch Gangmodelle und feine Taschenuhren. Auf ihn ist maßgeblich die Entwicklung der Glashütter Präzisions-Pendeluhren und Chronometer zurückzuführen. Außerdem hält Großmann Vorträge, schreibt Beiträge für in- und ausländische Fachzeitschriften und übersetzt Fachbücher. Er initiiert die berühmte Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, die am 1. Mai 1878 ihren Unterricht aufnimmt.

Carl Moritz Großmann (1826–1885)

Carl Moritz Großmann (1826–1885)

1855: Gründung der Uhrenmanufaktur Adolf Schneider

Wie Ferdinand Adolph Lange hat auch Adolf Schneider die "Technische Bildungsanstalt Dresden" besucht. Seine ...

Wie Ferdinand Adolph Lange hat auch Adolf Schneider die "Technische Bildungsanstalt Dresden" besucht. Seine anschließende Uhrmacherlehre bei Gutkaes senior in Dresden beendet er 1845. Danach folgt er Lange als Mitarbeiter und Berater nach Glashütte. Hier arbeitet Schneider anfangs als erster Werksleiter der Firma Adolph Lange & Cie. und kümmert sich auch um den Unterricht der Schüler. 1855 gründet Schneider seine eigene Uhrenfabrikation. Von 1867 bis zu seinem Tod 1878 ist er Bürgermeister der Stadt Glashütte.

Herrentaschenuhr Adolf Schneider, Baujahr ca. 1875

Herrentaschenuhr Adolf Schneider, Baujahr ca. 1875

1874: Gründung der Uhrenhandlung Dürrstein in Dresden

1874 lässt sich der Kaufmann Johannes Dürrstein (1845–1901) aus Frankfurt am Main in Dresden nieder und gründet die ...

1874 lässt sich der Kaufmann Johannes Dürrstein (1845–1901) aus Frankfurt am Main in Dresden nieder und gründet die Uhrengroßhandlung Dürrstein & Compagnie. Er erkennt, welche Chancen der Handel mit preiswerten Uhren bietet. Anfangs bezieht er diese Uhren von Zulieferern aus der Schweiz und verkauft sie in großen Stückzahlen. Noch 1874 handelt Dürrstein mit Lange in Glashütte einen Exklusivertrag für den Vertrieb der Uhren aus dem Hause Lange aus.

Da sich diese Qualitätsuhren wegen ihrer hohen Preise nicht wie gewünscht verkaufen lassen, initiiert Dürrstein bei Lange eine preiswerte Variante der Taschenuhren und vertreibt sie mit Erfolg unter dem Namen "Deutsche Uhrenfabrikation" (DUF). Während der 20-jährigen Zusammenarbeit verkaufen Lange und dessen Erben jährlich zwei Drittel der bei ihnen hergestellten Zeitmesser an Dürrstein. 1893 gründet Dürrstein schließlich seine eigene Uhrenmanufaktur, die Glashütter Uhrenfabrik "Union". Hier entstehen einfache Taschenuhren, aber auch Taschen-Chronometer sowie komplizierte Taschenuhren mit Tourbillon.

Johannes Dürrstein (1845–1901)

Johannes Dürrstein (1845–1901)

1878: Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte

Schon die ersten Uhrmacher in Glashütte wissen: ihr kunstvolles Handwerk hat nur Bestand, wenn sie ihr Wissen und ihre Erfahrung ...

Schon die ersten Uhrmacher in Glashütte wissen: ihr kunstvolles Handwerk hat nur Bestand, wenn sie ihr Wissen und ihre Erfahrung kontinuierlich weitergeben. So gründet der Zentralverband der deutschen Uhrmacher auf Initiative von Moritz Großmann am 1. Mai 1878 die Uhrmacherschule Glashütte. Unterrichtsräume für anfangs 10 Lehrlinge sind die Zimmer im damaligen Gemeindeschulhaus. Die Schülerzahlen steigen rasch an. Dank der großzügigen Unterstützung von Staatsregierung, Kommune und einer Stiftung wird am 15. Mai 1881 die neue Uhrmacherschule im heutigen Uhrenmuseum eingeweiht.

Systematisch werden traditionelle Fertigkeiten vermittelt und immer weiter ausgebaut. Technische Fortschritte finden schnell Eingang in den Fertigungsprozess, ebenso neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Bis 1951 werden hier über 4.000 Uhrmacher und Feinmechaniker ausgebildet, etwa ein Drittel davon aus dem Ausland. Danach befindet sich bis 1991 die "Ingenieurschule für Feinwerktechnik" im Haus. Heute beherbergt das historische Gebäude neben dem Deutschen Uhrenmuseum Glashütte auch die Uhrmacherschule "Alfred Helwig", die Lehrausbildung der Manufaktur Glashütte Original.

Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, 1885

Deutsche Uhrmacherschule Glashütte, 1885

Schülerwerkstatt in Uhrmacherschule, 1923

Schülerwerkstatt in Uhrmacherschule, 1923

1918: Gründung der Deutschen Präzisionsuhrenfabrik Glashütte

1918 gründen Uhrmacher die Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H. (DPUG) mit dem Ziel, Taschenuhren durch eine ...

1918 gründen Uhrmacher die Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H. (DPUG) mit dem Ziel, Taschenuhren durch eine Produktionsgenossenschaft möglichst preiswert herstellen zu können. Die Uhren werden unter der eingetragenen Schutzmarke "Original Glashütte" produziert. Seit 1921 ist dieses Zeichen auf dem Zifferblatt Siegel für Wertarbeit aus Glashütte.

Taschenuhr der DPUG

Taschenuhr der DPUG

1926: Gründung der Firmen Urofa und Ufag/ Beginn der Armbanduhrenfabrikation

Durch Inflation, Weltwirtschaftskrise und den verpassten Umstieg auf die Fertigung von Armbanduhren kommen verschiedene ...

Durch Inflation, Weltwirtschaftskrise und den verpassten Umstieg auf die Fertigung von Armbanduhren kommen verschiedene Uhrenfirmen in Glashütte in große Schwierigkeiten. Um den drohenden Niedergang der Uhrenfabrikation zu verhindern, finanziert die Giro-Zentrale Sachsen die Gründung zweier neuer Firmen, der Deutschen Uhren-Rohwerkefabrik Glashütte (Urofa) und der Uhrenfabrik Glashütte AG (Ufag). In der Urofa werden erstmalig in Glashütte eigene Armbanduhrwerke hergestellt. In der Folge entstehen in Glashütte verschiedene Armbanduhr-Kaliber für Damen und Herren. Die Qualitätsuhren werden unter der Marke "Tutima" angeboten.

Eine der ersten Armbanduhren aus Glashütte

Eine der ersten Armbanduhren aus Glashütte

1945: Bombardierung Glashüttes, Demontage und Enteignung

Am 8. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, bombardieren sowjetische Jagdflieger die Stadt Glashütte, da sich hier ...

Am 8. Mai 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, bombardieren sowjetische Jagdflieger die Stadt Glashütte, da sich hier noch deutsches Militär aufhält.
Die Uhrenfabriken wurden teilweise zerstört. Was noch funktionstüchtig ist, wird durch die Sowjetische Militäradministration beschlagnahmt und demontiert bzw. verstaatlicht. Unter schwierigen Umständen beginnen die Glashütter Uhrmacher rasch mit dem Wiederaufbau der Uhrenfabrikation und Feinmechanik.

Zerstörte Uhrenfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg

Zerstörte Uhrenfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg

1951: Fusion aller Glashütter Uhrenhersteller zum VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB)

Am 1. Juli 1951 wird der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) gegründet. Unter diesem Dach fusionieren die noch bestehenden ...

Am 1. Juli 1951 wird der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) gegründet. Unter diesem Dach fusionieren die noch bestehenden Firmen wie z.B. A. Lange & Söhne, Urofa und Ufag, Gössel & Co. oder R. Mühle & Sohn. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands entsteht ein breites Sortiment an Armbanduhren und Geräten, vorrangig für die Ostblock-Staaten und den Eigenbedarf. Der Export in die Bundesrepublik Deutschland bringt jedoch auch wichtige Devisen. Aufgrund fehlender Importmöglichkeiten wird von der Sondermaschine über komplizierte Werkzeuge bis hin zur Arbeitsplatzbeleuchtung vieles selbst hergestellt. Diese Improvisationsgabe und das schöpferische Denken und Handeln der Konstrukteure und Werkzeugmacher soll sich später noch positiv auswirken.

Armbanduhr der GUB

Armbanduhr der GUB

1990: Übergang zur sozialen Marktwirtschaft

Nach der Wiedervereinigung entsteht am 16. Oktober 1990 aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) die Glashütter Uhrenbetrieb ...

Nach der Wiedervereinigung entsteht am 16. Oktober 1990 aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH, welche die Uhrenmarke "Glashütte Original" fertigt.

Das Brandenburger Tor - Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands

Das Brandenburger Tor - Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands

1990: Gründung der Lange Uhren GmbH

Auf den Tag genau 145 Jahre nach der Gründung der Uhrenindustrie durch Ferdinand Adolph Lange meldet am 7. Dezember 1990 dessen ...

Auf den Tag genau 145 Jahre nach der Gründung der Uhrenindustrie durch Ferdinand Adolph Lange meldet am 7. Dezember 1990 dessen Urenkel Walter Lange die Lange Uhren GmbH als Neugründung an. Heute gehören die Zeitmesser der Firma A. Lange & Söhne wieder zur Spitze der internationalen Uhrmacherkunst.

2006: Gründung der Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek"

Genau 500 Jahre nachdem Glashütte das Stadtrecht erhielt, gründen die Stadt Glashütte und die Manufaktur Glashütte Original ...

Genau 500 Jahre nachdem Glashütte das Stadtrecht erhielt, gründen die Stadt Glashütte und die Manufaktur Glashütte Original am 16. März 2006 die  Stiftung "Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek". Die Stiftung fördert Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie Bildung im Bereich des Uhrmacherhandwerks. Mit dem Deutschen Uhrenmuseum Glashütte, der Restaurierungswerkstatt, der Fachbibliothek, dem Archiv sowie durch verschiedene Sonderausstellungen und Projekte sollen die weltweit einmaligen Exponate erhalten bleiben und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Eintrag in das Goldene Buch

Eintrag in das Goldene Buch

2008: Eröffnung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte

Einst beherbergte das beeindruckende Gebäude die 1878 gegründete Deutsche Uhrmacherschule. Am 22. Mai 2008 eröffnen die Stadt ...

Einst beherbergte das beeindruckende Gebäude die 1878 gegründete Deutsche Uhrmacherschule. Am 22. Mai 2008 eröffnen die Stadt Glashütte und die Uhrenmanufaktur Glashütte Original hier das "Deutsche Uhrenmuseum Glashütte".

Unter dem Motto "Faszination Zeit – Zeit erleben" zeigt das Uhrenmuseum nicht nur die Tradition der Uhrmacherkunst in Glashütte, sondern verschafft einen emotionalen Zugang zum Phänomen Zeit und gibt spannende Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte der gesamten Region. Neben den zwei Museumsetagen hat in diesem traditionsreichen Haus auch die Uhrmacherschule "Alfred Helwig" von Glashütte Original ihr Domizil.

Feierliche Eröffnung des Museums

Feierliche Eröffnung des Museums