Seit dem Jahre 1845 hat sich Glashütte zum Zentrum des feinen deutschen Uhrenbaus entwickelt.
Uhrmachermeister wie z.B. Ferdinand A. Lange, Julius Assmann, Johannes Dürrstein oder
Alfred Helwig haben den weltweiten Ruhm des sächsischen Ortes geprägt.
Der 1. Mai 1878 stellt für die Uhrmacherstadt ein historisch bedeutsames Datum dar.
An diesem Tag erfolgt auf Initiative von Moritz Großmann die Gründung der „Deutschen
Uhrmacherschule Glashütte“. Als Unterrichtsräume dienen Zimmer im damaligen
Gemeindeschulhaus.
Schon im zweiten Jahr macht sich durch das Ansteigen der Schülerzahl der Bau eines eigenen
Schulgebäudes notwendig. Mit großzügiger Unterstützung von Staatsregierung, Kommune
und einer Stiftung kann am 15. Mai 1881 die neue Einrichtung im Zentrum der Stadt eingeweiht werden.
Durch den am 22. September 1923 fertiggestellten Erweiterungsbau vergrößert sich die
verfügbare Fläche der Unterrichts- und Werkräume auf das Dreifache. Die offizielle
Bezeichnung der Schule lautet nunmehr: „Deutsche Uhrmacherschule Höhere Fachschule für
Uhrmacherei und Feinmechanik Glashütte (Sa.)“
Das Ende des 2. Weltkrieges übersteht das Gebäude relativ unbeschadet.
Im Sommer 1950 erhält die Einrichtung den Status einer Fachschule. Der Hauptauftrag ist die
dreijährige Ausbildung von Ingenieuren. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Schule
erfolgt am 3. Mai 1953 die Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau an der Nord-West-Seite.
Ab 1957 trägt die Institution den Namen „Ingenieurschule für Feinwerktechnik
Glashütte (Sachs.)“.
Ein schwarzer Tag in der Geschichte der Schule ist der 10. Juni 1976. In den Abendstunden bricht ein
Dachstuhlbrand aus. Beim Wiederaufbau wird das Dachgeschoss so umgestaltet, dass weitere Internatszimmer
entstehen.
Der gesellschaftliche Umbruch 1989 wirkt sich auch auf die Ingenieurschule aus.
Die Schließung erfolgt am 31. Dezember 1992.
130 Jahre nach Gründung der Schule ist an historischer Wirkungsstätte das neue
Deutsche Uhrenmuseum Glashütte entstanden.